"Einleitung"
Hmm, ich habe doch mit einer kurzen rohen Einleitung angefangen. Diese wird natürlich ergänzt:
Die Rezeption von Johann Friedrich von Blumenbach unter den Göttinger Ethnologen während der Zeit des Nationalsozialismus
Eine kurze Suche nach Johann Friedrich von Blumenbach in einer biographischen Enzyklopädie wird einiges um den Anthropologen, der in Göttingen im spät 18. und früh 19. Jahrhundert tätig war, ergeben. Blumenbach kategorisierte die Rassen auf Grund von Schädelmessungen -- er war der erste Wissenschaftler, der Schädelmessungen anwendete. Blumenbach stellte eine Rassentheorie auf, nach der es fünf Rassen der Menschheit gäbe, allerdings, die alle aus einem Stamm kommen und die alle gleichwertig sind.
Das klingt alles nicht so bedenklich, wenn auch klar, dass Rassentheorien aus dem 18. Jahrhundert immer die eurozentrischen und internalisierten rassistischen Einstellungen der Zeit beinhalten müssen. Doch neben eine Auflistung seiner Werke taucht unter der Literatur ein Buch von Hans Plischke auf: Johann Friedrich Blumenbachs Einfluß auf die Entdeckungsreisen seiner Zeit. Der Titel wirkt auch ganz mild, und der Autor sagt wahrscheinlich wenige Leute was. Aber Hans Plischke, der, wie Blumenbach, an der Universität Göttingen als Professor arbeitete, war einer der aktivsten Ethnologen, die im nationalsozialistischen Sinn arbeitete. Sein Buch über Blumenbach, das im Jahr 1937 erschien, muss im Kontext der nationalsozialistischen Begeisterung für und Hoffnung auf neue deutsche Kolonien als Propaganda und Legitimierung gesehen werden.
Hans Plischke war nicht der einzige Göttingen Ethnologe, der sich für Blumenbach interessierte. Sein Student und später Assistent Hermann Blome beschäftigte sich auch mit Blumenbach, vor allem in seiner Magisterarbeit Der Rassengedanke in der deutschen Romantik und seine Grundlagen im 18. Jahrhundert. Diese wurde 1943 von J. F. Lehmanns Verlag mit Förderungen vom Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands. In diesem Buch spielt Blumenbach eine prominente Rolle neben Figuren wie Kant und anderen, die im 18. Jahrhundert Rassentheorien aufstellten. Hier wird Blumenbach als wichtiger Vorbild dargestellt, obwohl er rassistische Einstellungen ablehnte.
Die Frage dann entsteht: warum und inwiefern war Blumenbach eine wichtige und inspirierende Figur für diese Göttingen Ethnologen? Wie wurde Blumenbach von denen für ihren nationalsozialistischen Zwecke instrumentalisiert? Leihen sich die Werke von Blumenbach für eine rassistische und nationalsozialistische Interpretation? Diese Fragen sollen im Laufe dieser Arbeit behandelt werden.
Die Rezeption von Johann Friedrich von Blumenbach unter den Göttinger Ethnologen während der Zeit des Nationalsozialismus
Eine kurze Suche nach Johann Friedrich von Blumenbach in einer biographischen Enzyklopädie wird einiges um den Anthropologen, der in Göttingen im spät 18. und früh 19. Jahrhundert tätig war, ergeben. Blumenbach kategorisierte die Rassen auf Grund von Schädelmessungen -- er war der erste Wissenschaftler, der Schädelmessungen anwendete. Blumenbach stellte eine Rassentheorie auf, nach der es fünf Rassen der Menschheit gäbe, allerdings, die alle aus einem Stamm kommen und die alle gleichwertig sind.
Das klingt alles nicht so bedenklich, wenn auch klar, dass Rassentheorien aus dem 18. Jahrhundert immer die eurozentrischen und internalisierten rassistischen Einstellungen der Zeit beinhalten müssen. Doch neben eine Auflistung seiner Werke taucht unter der Literatur ein Buch von Hans Plischke auf: Johann Friedrich Blumenbachs Einfluß auf die Entdeckungsreisen seiner Zeit. Der Titel wirkt auch ganz mild, und der Autor sagt wahrscheinlich wenige Leute was. Aber Hans Plischke, der, wie Blumenbach, an der Universität Göttingen als Professor arbeitete, war einer der aktivsten Ethnologen, die im nationalsozialistischen Sinn arbeitete. Sein Buch über Blumenbach, das im Jahr 1937 erschien, muss im Kontext der nationalsozialistischen Begeisterung für und Hoffnung auf neue deutsche Kolonien als Propaganda und Legitimierung gesehen werden.
Hans Plischke war nicht der einzige Göttingen Ethnologe, der sich für Blumenbach interessierte. Sein Student und später Assistent Hermann Blome beschäftigte sich auch mit Blumenbach, vor allem in seiner Magisterarbeit Der Rassengedanke in der deutschen Romantik und seine Grundlagen im 18. Jahrhundert. Diese wurde 1943 von J. F. Lehmanns Verlag mit Förderungen vom Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands. In diesem Buch spielt Blumenbach eine prominente Rolle neben Figuren wie Kant und anderen, die im 18. Jahrhundert Rassentheorien aufstellten. Hier wird Blumenbach als wichtiger Vorbild dargestellt, obwohl er rassistische Einstellungen ablehnte.
Die Frage dann entsteht: warum und inwiefern war Blumenbach eine wichtige und inspirierende Figur für diese Göttingen Ethnologen? Wie wurde Blumenbach von denen für ihren nationalsozialistischen Zwecke instrumentalisiert? Leihen sich die Werke von Blumenbach für eine rassistische und nationalsozialistische Interpretation? Diese Fragen sollen im Laufe dieser Arbeit behandelt werden.
work_in_progress - 5. Dez, 16:29
