Ich habe es leider immer noch nicht geschafft, die Rezension zu schreiben. Ich bin seit einer Woche krank, und ich glaube, ich werde wahrscheinlich auch morgen nicht kommen. Das Gute an Kranksein ist, ich liege sehr viel im Bett und habe Zeit zu lesen. Das Schlechte ist, meine Konzentration ist nicht so super und ich schlaffe oft ein. Aber ich glaube auch, dass ich bald besser werde, und hoffe immer noch in den nächsten Tage meine Rezension zu schreiben. Und ich habe es als Ziel, am Freitag zur Uni zu gehen, damit ich Bücher für das Wochenende ausborgen kann. Nur eine kurze Literaturliste:
(Hg) Heinrich Becker u.a. Die Universität Göttingen unter der NS. 1998
Eigen, Sara. "Self, Race, and Species: J. F. Blumenbach's Atlas Experiment" in The German Quarterly. 78.3, Summer 2005.
Fischer, Hans. Völkerkunde im Nationalsozialismus:Aspekte der Anpassung, Affinität und Behauptung einer wissenschaftlichen Disziplin. Berlin: Reimer, 1990.
Renate Kulick-Aldag: "Hans Plischke in Göttingen", in: Bernhard Streck (Hrsg.): Ethnologie und Nationalsozialismus. Gehren 2000 (Veröffentlichungen des Instituts für Ethnologie der Universität Leipzig, Reihe Fachgeschichte, Band 1), S. 103-113.
Obermair, Dietmar. Rassismus und Rassentheorien im deutschsprachigen Raum: von Aufklärung bis zum Nationalsozialismus. Wien: Universität Wien, 2000.
+Über dieses Buch bzw. Magisterarbeit werde ich meine Rezension schreiben.
Und dann kommt natürlich dazu die Quellen, die ich gerade nicht auflisten mag.
Eine letzte Bemerkung/Vorankündigung: ich fand die Aufgabe, eine Rezension zu schreiben, sehr spannend. Vor allem im Kontext eines Forschungjournal. Ich würde mir normalerweise keine Rezension über wissenschaftliche Bücher, die ich für eine Arbeit lese, schreiben. Aber ich denke auch, eine vorfertigte Rezension kann nicht nur dazu dienen, an den Inhalt eines Buches zu erinnern, sondern auch konnte direkt in der Arbeit zitiert bzw übertragen werden. Also, obwohl ich kann mir es schwer vorstellen, sowas für mich selbst zu machen, verstehe ich den möglichen Zweck und respektiere die Idee dahinter.
work_in_progress - 25. Nov, 23:54
Es ist halb 12 und ich habe erst heute gemerkt, dass wir morgen blended learning haben. und da unsere konsultationen schon stattgefunden haben, spüre ich nicht SO den Zeitdrück, die Rezension bis 9 Uhr morgen fertig zu schreiben. Ich poste es sicher im Laufe des Tages morgen, aber es ist schon spät, ich muss um 6 Uhr aufstehen und in die Arbeit gehen, und ich fühle mich schon ziemlich fertig. Aber hier mindestens meine (auch immer noch ziemlich grobe) Gliederung:
Die Rezeption von Johann Friedrich Blumenbach unter den Göttinger Wissenschafter im Nationalsozialismus
I. Einleitung
Wir haben schon besprochen, dass ein wissenschaftlicher Aufsatz keine typische "Einleitung" haben muss/soll. Also ich habe gedacht, eine mögliche Einleitung wäre den Eintrag über Blumenbach aus einer Enzyklopädie zu zitieren, wo auch Plischkes Buch über Blumenbach erwähnt wird und dann was über den Eintrag über Plischke zu schreiben. Der Sinn wäre, Plischke steht noch heute im Zusammenhang mit Blumenbach, mindestens in der Literatur zu ihm, obwohl(?) Plischke selber ist eine sehr problematische Figur. Der Punkt wäre auch, die Göttinger Wissenschafter vor und während der NS-Zeit haben sich sehr viel mit Blumenbach beschäftigt und er teilweise für ihre Rassentheorien instrumentalisiert, aber es gibt heute keine oder wenige Auseinandersetzung mit der Arbeit dieser Wissenschafter zu Blumenbach.
II. Blumenbach
A. Biographische Infos
1. Lebenslauf, Bildung
2. Stelle in Göttingen
a. Professor
b. Mitglied ZN-Orden
3. Forschungsinteressen und Arbeit
a. Reiseberichte
b. Anthropologie
i. physischer
ii. kulturelle
c. Rassentheorie
i. Einfluss von Kant
ii. 5 Rassen aus einem ursprünglichen Stamm
4. Methode
a. Schädelmessungen
b. Schädensammlung
B. Werke
1. Kurze Aufzählung seiner Werke
2. Zusammenfassung seiner wichtigsten oder für diese Arbeit relevantesten Werke
a. De generis humani varietate nativa
b. Beyträge zur Naturgeschichte
c. Vorrede von Blumenbach zu Reiseberichte
C. Wie er heute gesehen wird
1. In der Naturwissenschaft bzw Anthropologie
a. noch zitiert
b. positiver Bezug
2. In der Geisteswissenschaft
a. Gründer moderner Anthropologie
b. Rassentheorie aber ohne Überlegenheit einer Rassen
i. gilt quasi als nicht rassistisch
III. Die Göttinger Wissenschafter
A. Ludwig Schemann
1. Biographische Infos
a. Lebenslauf, Bildung
b. Seine Arbeit in Göttingen
c. Antisemitische Haltung
d. Gründung der Gobineau Gesellschaft (oder irgendsowas heisst es, muss nachschauen)
e. Auszeichnungen unter NS
2. Werke
a. Auflistung seiner Werke
i. zu Wagner
ii. Übersetzungen und Biographie von Gobineau
b. Die Rasse in den Geisteswissenschaften
i. Rezeption in der Weimar Republik
ii. Rezeption im NS
iii. Teil von Studien zur Geschichte des Rassengedankens
B. Hans Plischke
1. Biographische Infos
a. Lebenslauf, Bildung
b. Seine Arbeit in Göttingen
i. Professor
ii. Kurator ethnologischer Sammlungen
iii. Interesse an Reiseberichte
c. Institut für Ethnologie
d. Rolle in der NSDAP
e. Entnazifisierung und Zeit nach 1945
2. Werke
a. Auflistung seiner Werke
i. allgemein gehalten
ii. erst später detaillierte auseinandersetzung mit seinen schriften über Blumenbach
C. Hermann Blome
1. Biographische Infos
a. Lebenslauf, Bildung
b. Seine Arbeit in Göttingen
2. Werke
a. Der Rassengedanke in der deutschen Romantik
b. Seine Arbeit als Fortsatz Plischkes Arbeit
Ich muss zugeben, ich weiss bis jetzt sehr wenig über Blome.
IV. Rezeption von Blumenbach in Texten von Göttinger Wissenschafter
A. Plischkes Johann Friedrich Blumenbachs Einfluss auf die Entdeckungsreisenden seiner Zeit
1. Wie Plischke Blumenbach in Zusammenhang mit seinen Schüler setzt
2. Plischkes Verständnis von der Bedeutung Blumenbachs
a. für Göttingen
b. für Anthropologie
c. für Rassentheorien, "Rassengedanken" und "die Rassenfrage"
3. Widersrpüche zwischen Plischkes Verständnis und Blumenbachs eigene Lehre
B. Blomes Der Rassengedanke in der deutschen Romantik und seine seine Grundlagen im 18. Jahrhundert
1. Welche Rolle spielt Blumenbach
2. Zusammenhang mit Kant
3. Bedeutung von Blumenbachs Methoden, v.a. Schädelmessungen
4. Vergleiche mit Christoph Meiners
V. Konklusion
In wie weit ist eine Auseinandersetzung mit den NS-Lober von Blumenbach wichtig, um seine Werke und ihre Auswirkungen zu verstehen.
Ich weiss, am Schluss wurde die Gliederung sehr oberflächlich und unklar, aber mir ist auch einiges noch nicht ganz klar und ich muss noch viel lesen. Was mir grad aufgefallen ist, ist, dass ich kein Teilen den Begrifferklärungen explizit in meiner Gliederung gewidmet habe. Das werde ich zu einer späteren Zeitpunkt ausführlich vorlegen, aber heute geht's nicht mehr. Bis morgen (wenn auch nur im Cyberspace)!
work_in_progress - 18. Nov, 23:20
Das, was ich bis jetzt zu Blumenbach aus der NS-Zeit gelesen habe, war immer von ein paar Wissenschaftler, die sich ständig auf einander und auch ähnliche Quellen (wie Gobineau) beziehen. Ich habe auch versucht, ein Bisschen mehr über diese "Wissenschaftler" herauszufinden, und das Ergebnis war, dass ich fand, dass die meisten arbeiteten in Göttingen, wo Blumenbach früher selber Professor war. Die drei Wissenschaftler, die sich besonders mit Blumenbachs Rassentheorien im nationalsozialistischen Sinne beschäftigten, waren Ludwig Schemann, Hans Plischke, und Hermann Blome. Ein weiter zeitgenossosischer Wissenschaftler, der auch in der Blumenbach Diskurs im NS Kontext teilnahm, war Walter Scheidt, aber über ihn weiss ich bis jetzt sehr wenig.
Von den drei ist Plischke wahrscheinlich der bekannteste und auch quasi der erfolgreichste. Hans Plischke (*12.2.1890, †28.4.1972) studierte in München, Göttingen und Leipzig und wurde 1928 Dozent an der Universität Göttingen. 1934 wurde er ordentlicher Professor, von 1934/5 war er Dekan und 1941-3 Rektor. "P[lischke]s Tätigkeit führte zur Gründung eines Seminars, des jetzigen Instituts für Ethnologie in Göttingen," allerdings während der NS-Zeit.¹ Plischke wurde schon 1933 NSDAP Mitglied und war Gutachter der "Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutz des NS-Schrifttums." Am Anfang 1946 wurde sein Amt enthoben, nach seiner "Entnazifisierung" wurde er ab das Wintersemester 1949-50 wieder tätig als Professor und Institutsdirektor(!). Der schrieb u.a.: Die Ethonographische Sammlung der Universität Göttingen, Ihre Geschichte und Ihre Bedeutung, 1931; Johann Friedrich Blumenbachs Einfluß auf die Entdeckungsreisen seiner Zeit, 1937; (Hg) Göttinger Völkerkundliche Studien, I, 1939, II, 1957.²
Hermann Blome studierte unter Hans Plischke und schrieb Der Rassengedanke in der deutschen Romantik und seine Grundlagen im 18. Jahrhundert als Doktokarbeit, die 1941 mit einem Vorwort von Plischke veröffentlicht wurde.
Ludwig Schemann (*16.10.1852, †13.2.1938) war Bibliothekar der Universität Göttingen 1876-91. Er schrieb über Wagner, Schopenaueer, Lagarde, Cherubini, und v.a. Gobineau, dessen Biographie er schrieb. Er gründete sogar "die Gobineau-Vereinigung." Seine Arbeit Die Rasse in den Geisteswissenschaft bezeichnet sich durch seinen Antisemitismus. 1937 bekam er allerdings die "Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft."³
Da diese drei Wissenschaftler sich besonders mit Rassentheorien und Blumenbach im nationalsozialistischen Sinn beschäftigten und darüber schrieben und alle in Göttingen tätig waren, wurde ich gern über die Göttingen Wissenschafter und ihr Verständnis von Blumenbach im NS-Kontext schreiben. Ich habe eine vague Gliederung im Kopf, aber ich werde es erst hier aufschreiben, sobald es etwas konkreter wird.
1) Schlesier, Erhard. "Plischke, Hans Hermann Joseph." Neue Deutsche Biographie. Band 20. Berlin, 2000.
2) Ibid.
3) "Schemann, Ludwig." Deutsche Biographische Enzyklopädie. Hg: Walter Killy und Rudolf Vierhaus. Band 8. München, 1998.
Nächste Lesestoffs
Renate Kulick-Aldag: "Hans Plischke in Göttingen", in: Bernhard Streck (Hrsg.): Ethnologie und Nationalsozialismus. Gehren 2000 (Veröffentlichungen des Instituts für Ethnologie der Universität Leipzig, Reihe Fachgeschichte, Band 1), S. 103-113.
--Die Göttinger Völkerkunde während der Zeit des NS. Mag.arb. Göttingen 1993.
(Hg) Heinrich Becker u.a. Die Universität Göttingen unter der NS. 1998
work_in_progress - 11. Nov, 23:04
Letztes Mal haben wir diskutiet bzw wurde uns vorgeschlagen, um am Anfang was über die Verfasser_innen unserer Quellen zu lernen, in biographischen Enzyklpädien nachzuschlagen. Gestern verbrachte ich ein paar Stunden in der FB Germanistik und haben genau das gemacht. Die FB Germanistik, für die, die noch nicht so damit vertraut sind, hat mehrere biographische Enzyklopdien, vor allem zu prominenten Deutschen und Österreicher_innen.
Johann Friedrich Blumenbach (*11.5.1752 Gotha, †22.1.1840) war Anthropologe und Professor an der Universität Göttingen. Er studierte Medizin zuerst in Jena, aber zog bald nach Göttingen, wo er seine Doktorarbeit schrieb. Die auf Latein verfasste De generis humani varietate nativa wurde 1776 veröffentlicht. Im selben Jahr wurde er Kurator der anthropologisch-ethnologischen Sammlungen in Göttingen und 1778 Professor an der Universität. Blumenbach "gilt als Begründer einer physichen Anthropologie, die sich auf anatomische und physiologische Mermale stützt, aber auch auf ethnologisch-kulturelle Zusammenhänge verweist."^1 Blumenbach unterschied auf Grund Merkmale wie Schädelgestalt, Zähne, und Konstruktion zwischen fünf Rassen der Menschheit, die er allerdings für gleichwertig hielt und die alle aus einer Urrasse stammten. Die Ideen von Blumenbach unterscheiden sich von jenen Kants, der Blumenbach wohl beeinflusste, da Kant beschrieb nur vier Rassen. Die fünf Rassen nach Blumenbach sind die Kaukasische, die Mongolische, die Äthiopische, die Amerikanische, und die Malaiische. Außer De generis humani... ist das Werk Geschichte der Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers, 1786, wichtig, um seine Rassentheorie zu verstehen. Seine Sammlung von Schädeln war besonders berühmt.
Andere wichtige Werke von Blumenbach sind: Handbuch der Naturgeschichte, 1779/80; Über den Bildungsbetrieb und das Zeugungsgeschäft, 1781; Handbuch der vergleichende Anatomie, 1804; Beyträge zur Naturgeschichte, 1806-1811.
1) Hartmann, Fritz. "Blumenbach, (Johann) Friedrich." Deutsche Biographische Enzyklopädie Hrg. Walter Killy und Rudolf Vierhaus. München. (Ich muss nachschauen, aus welcher Band und Jahr.)
Hier beende ich diesen Beitrag und schreib später über die anderen Ergebnisse meines Bibliotheksbesuchs.
work_in_progress - 11. Nov, 12:56
Ziemlich am Anfang meiner Forschung wurde es mir klar, dass Blumenbach einen besonderen Ruf unter Nationalsozialismus hatte. Viele Bücher, die sich mit ihm oder Rassentheorien im 18. und früh 19. Jhdt waren Bücher aus 1933-1945. Ein Beisiel ist
Johann Friedrich Blumenbachs Einfluß auf die Entdeckungsreisenden seiner Zeit von Hans Plischke aus dem Jahre 1937. (Das Buch wurde übrigens am Schluss des Wikipedia Artikels erwähnt.) Es gibt im Amhang eine Vorrede von Blumenbach aus "Sammlung seltener und merkwürdiger Reisegeschichten," was eine weitere interessante Quelle ist.
Der Autor betont die wichtige Rolle, die Blumenbach als Professor spielte, in der er seine Schüler inspirierte und beeinflusste. Blumenbach sei mehr als nur ein bedeutender Naturwissenschaftler und Anthropolge, sondern auch wichtig quasi in kolonialischer Geschichte. Ich mag nachschauen, ob die Schüler ausser in NS-Zeiten bekannt waren/sind und wofür. Denn es kommt mir so vor, Blumenbach selber hat nicht die Überlegenheit der weissen Rasse behauptet, aber seine Methoden und Ideen wurden rassistisch aufgenommen. Dann wäre eine Aspekt dieses Buches, der Versuch Blumenbach durch seine Nachfolger als Vorbild rassistischer Gedanken und Ideologie, die in NS-Zeiten verstanden und propagiert wurden, darzustellen. Quasi, Blumenbach für sich in Anspruch nehmen.
Ein weiteres Buch, das ich während meiner Suche fand, heißt
Der Rassengedanke in der deutschen Romantik und seine Grundlagen im 18. Jahrhundert von Hermann Blome. Interessanterweise wurde eine kurze Einleitung von Plischke, der das ober erwähnte Buch schrieb, geschrieben. Die wichtigen Inhalte für meine Forschung kommen im 1. Teil vor: "Die Haupterbegnisse deutschen Rassendenkens am Ende des 18. Jahrhunderts und die Frage nach den Möglichkeiten ihrer Fortbildung." Dieser Teil beschäftigt sehr viel mit Blumenbach, u.a weil er den Begriff "Rasse" verwendete und Kraniologie angewandete.
Obwohl ich bis jetzt nur wenig in den zwei Bücher las, kommt es mir vor, dass die beiden Autoren sich an eine "wissenschaftliche" Diskurs unter NS-Wissenschaftler_innen über Blumenbach und seine Bedeutung teilnehmen. Und genau über diese Diskurs werde ich gern schreiben.
Ich habe auch schon einige Bücher gefunden, die mir in meiner Forschung weiterbringen und auch auf andere wichtige Bücher bringen sollen. Mein "einschlägigens Buch zum Thema" wird wahrscheinlich
Rassismus und Rassentheorien im deutschsprachigen Raum: von Aufklärung bis zum Nationalsozialismus. Ich glaube, dieses Buch wird mir wichtige Hintergrundinfos geben und ein allgemeines Bild der Entwicklungen Rassismus und Rassentheorien im deutschsprachigen Kontext geben. Und das Buch habe ich schon und beschäftigt sich u.a. mit deutschen (und österreichischen) Wissenschaftler_innen, inklusiv Blumenbach.
Ein weiteres Buch, das ich lesen will, heißt
The German Invention of Race. Leider gibt es dieses Buch anscheinend weder in der Uni Bibliothek noch in der ÖNB. Ich würde gern Tipps erfahren, wie ich das Buch kriegen kann, ohne es selber an Amazon bestellen zu müssen. Da gibt's zwei Artikeln, die auf Blumenbach konzentrieren. Und eine der Hersteller_innen, Sara Eigen, hat auch einen Artikel, den ich gern lesen würde, geschrieben, Der heißt "Self, Race, and Species: J. F. Blumenbach's Atlas Experiment" und geht um ein weiteres Werk von ihm,
Abbildungen Naturhistorischer Gegenstände.
Klarerweise habe ich viel zu lesen, aber ich fühle mich auch ziemlich zufrieden mit der Laufe meiner Forschung zu Zeit.
work_in_progress - 9. Nov, 22:58
Also, klarerweise bin ich sehr spät dran, was dieser Beitrag angeht. So spät, dass wir schon gemeinsam darüber geredet haben. Aber ich werde trotzdem versuchen, meine Gedanken beim Lesen zu rekonstruieren.
Was macht einen wissenschaftlichen Aufsatz aus?
-In einem wissenschaftlichem Aufsatz wird zitiert. Im Gegensatz zu dem Essay sind die Beispiele sehr konkret und die Material soll vorgelegt werden, damit andere Kollegen usw. selber auf die Quellen nachschauen können. Diese könnten in der Form von Fußnoten oder Endnoten erscheinen.
-Bei einem wissenschaftlichen Aufsatz gibt es auch manchmal einen Abstract bzw in diesem Fall eine Zusammenfassung. Diese dient, dass andere Forscher_innen sich im Vorraus entscheiden könnten, ob der Aufsatz für die interessante oder wichtige Informationen beinhalten oder Meinungen vertreten.
-Im Gegensatz zu einem Essay beschäftigt sich der Aufsatz sehr mit Begrifferklärungen. In diesem Fall werden Begriffe wie "Europäizität", "Geschichtsregion", und "Zeitgeschicht" näher definiert und diskutiert. Obwohl es teilweise davon ausgegangen wird, dass das Publikum sich mit manchen Begriffe, Arbeitsmodellen, oder Theorien schon auseinandergesetzt hat, dient die Begrifferklärung dazu, dass der Text nicht nur für Expert_innen zugänglich ist, sondern dass jede_r Interessierte sich die wichtige Begriffe verstehen kann und genau wissen kann, wie die_der Autor_in sie versteht. (Dieser Punkt ist besonders wichtig, weil viele wissenschaftliche Begriffe andere Bedeutungen in der Alltagssprache oder andere wissenschaftliche Bereiche haben.)
-Da kommen wir zum Publikum. Das Publikum für einen wissenschaftlichen ist etwas beschränkter als bei einem Essay. Durch die Erscheinung in wissenschaftlichen Publikationen (Zeitschriften, Bände, usw erreichen wissenschaftliche Aufsätze viel weniger Leute als Essay oder Artikeln wissenschaftlicher Art, die in quasi "mainstream" Zeitschriften oder Zeitungen erscheinen. Trotzdem erreichen solche Aufsätze ein größeres Publikum als nur die anderen Expert_innen in dem Bereich. Ich bekomme 4 Mal im Jahr "Speculum", die Zeitschrift bzw Band von der Medieval Academy of America. Die Artikeln drinnen kommen aus alle möglichen Zeiten, Bereiche (Literatur, Geschichte, Kunstgeschichte) und Regionen (Byzantium, die islamische Welt, usw) des Mittelalters. Also obwohl ich mich mit dem Mittelalter beschäftige, brauche ich auch Begrifferklärungen und Hintergrundinfo für viele (wenn nicht die meisten) Artikeln.
-Die Gliederung: in einem wissenschaftlichen Aufsatz ist die Gliederung deutlich markiert. Nicht nur wird die Gliederung in der Einleitung präsentiert, sondern es gibt meistens "Headings" (in diesem Fall auch numeriert). Die Gliederung beinhaltet öfters irgendeine einleitende Geschichte oder so, Begrifferklärungen, Forschungsstand, dann vielleicht Analyse anhand eines Beispiels, und eine Schlusserfolgerung oder Stand der eigenen Forschung und die nächsten Fragen zu weiterforschen.
Der wissenschaftliche Aufsatz wirkt allgemein informativ, trägt zu bestimmten wissenschaftlichen Diskurse bei (wie in der Fußnote erwähnt wird), und präsemtiert Forschungsergebnisse oder die Forschungslage.
work_in_progress - 5. Nov, 16:04
Ich wollte ein Bisschen über die Quelle unserer Quellen recherchieren, und daher war ich gestern (und bin ich jetzt) in der FB Geschichtswissenschaft und beschäftige ich mich mit Europäische Geschichte, Hrsg. Hagen Schulze, Ina Ulrike Paul, et al. Bayerischer Schul-Verlag, 1994. Da ich glaube, dass alle unserer Quellen aus diesem Buch kommen, werde ich ein Bisschen über meine Eindrücke von dem Buch schreiben.
Das Buch wird in neun Themen, so zu sagen. So weit ich von den Blogbeiträge von anderen herauslesen kann, befinden sich alle unsere Quellen in dem ersten Themenbereich: DER MYTHOS, DIE GEOGRAPHIE UND DIE MENSCHEN. Darunter fällt: "Ursprünge: Von Agenors Töchterlein, Japhet und den Trojanern; Europas Grenzen; Europa und das Mittelmeer; Europa, Asien, Afrika; Europa zwischen Amerika und Rußland; Klima, Hautfarbe, Rasse, Vernunft: Was ist ein Europäer (unter diese Gruppe fällt meinen Text, denke ich mir); Fie Vielfalt der Sprachen.
Die anderen Hauptthemengruppen sind: Hegemonie und Gleichgewicht, Pläne und Visionen, Freiheit und Tyrannis, Humanität und Fortschritt, Glaube und Erkenntnis, Das Eigene und Das Fremde, Europa ausserhalb Europas, und letztenlich Einheit trotz Vielfalt? Irgendwie habe ich nicht ganz verstanden, warum mein Text nicht unter Das Eigene und Das Fremde oder Europa ausserhalb Europas (wo Kolonialism und Imperialismus Thema ist) fällt.
Aber ich finde eigentlich das Buch als Projekt fragwürdig, weil auch wenn es Texte gibt, die Europa und Europäer_innen kritisieren oder problematisieren, ist das Buch trotzdem ein klares politisches Statement für Europa als Ort der Freiheit und Menschenrechte. Am Schluß des Vorworts schreiben Paul und Schulze: "Nicht nur an Schüler der Oberstufen und an Studenten wendet sich der Band, sondern an alle Bürger, für die Europa mehr ist als ein politisches Lippenbekenntnis oder ein bürokratisches Ärgernis." Ich finde, dass so ein Europabild die menschenrechtliche Verbrechen, die durch Europas Grenzenpolitik stattfindet, ausblendet.
Für Weiterlesen habe ich mich entschieden, drei andere Texte aus dem ersten Kapitel zu fotokopieren, nämlich:
+Carl von Linne: Beginn der europäischen Anthropologie (Hier werden vier "Rassen" bzw. Völkergruppen beschrieben, auf sehr rassistischer Art und Weise)
+Immanuel Kant: Von den verschiedenen Rassen der Menschheit. (Kant gilt als Einfluss auf Blumenbach)
+Arthur Graf Gobineau: Die Reinheit des Bluts begründet die Überlegenheit der europäischen Kultur.
Anm: Nur bei dem letzten Text wird das rassistische Gedankengut des Textes durch die einleitenden Sätze bemerkt. Und auch bei dem Text von Ibn Chaldun, aber als nicht-Europäer sind seine Schreiben natürlich kritisch zu betrachten. Der wird als ethnozentrisch bezeichnet, während Linne als Professor und quasi "Vater" der europäischen Anthropologie bezeichnet wird. Doppelmoral?
work_in_progress - 4. Nov, 15:11
Einer der ersten Gedanke, die ich hatte, als ich meine Quelle las, war, es erinnert mich an Texte über die Stammen Noahs, die ich für einen Kurs über Islam im Mittelalter las. Ich werd die hier transcribieren, denn die kurz und faszinierend sind:
von al-'Ilal wa-ma'rifat al-rijal, Ibn Hanbal (855 n. Chr. gestorben)
Sa'id inb al-Musayyab said: Noah had three sons: Japheth, Shem, and Ham. Japheth is the ancestor of the Arabs, Byzantines, and Persians. Shem is the ancestor of Gog, Magog, the Turks and the Slavs. Ham is the ancestor of the Berbers, the Copts, and the Blacks.
Anm: Kommt ursprünglich von Genesis 10. Hier werden aber Japheth und Shem verwechselt.
von History, Tabari (922 n.Chr. gestorben)
I heard Sa'id ibn al-Musayyad saying: "Noah begat three, each of whom begat three: Shem, Ham, and Japheth. Shem begat the Arabs, Persians, and Byzantines, in all of whom there is good. Japheth begat the Turks, Slavs, Gog, and Magog, in none of whom there is good. Ham begat the Copts, Sudanese, and Berbers."
'Ata: "Ham begat all those who are black and curly-haired, while Japheth begat all those who are full-faced with small eyes, and Shem begat everyone who is handsome of face with beautiful hair. Noah prayed that the hair of Ham's descendants would not grow beyond their ears, and that wherever his descendants met the children of Shem, the latter would enslave them."
Ich find den zweiten Auszug besonders spannend, einerseits, weil die Slawen nicht mit den sonstigen "Kaukasien" gruppiert werden, und anderseits, weil es eine klare Bewertigung der Gruppierungen gibt. In Europäische Geschichte gibt es interessanterweise auch einen Text von Ibn Chaldun (1406 n.Chr. gestorben), "Der Einfluss des Klimas auf den Menschen."
Also mögliche Themen auf diesen Texte bezogen wären:
+Der Einfluss von biblischen Stamm- und Rassentheorien auf die Entwicklung "wissenschaftlicher" Rassentheorien
+Ein komparativer Blick an unterschiedliche Rassentheorien (zB welche "Rassen" gibt es, wie werden die gruppiert oder von einander abgegrenzt, wie werden ihre "Eigenschaften" erklärt)
+Der Einfluss moderner Rassentheorien in der islamischen Welt (zB manche meinen, dass moderner Rassismus in die islamische Welt vom Westen eingebracht wurde)
+Der Einfluss von Tabari und/oder Ibn Chalduns Rassentheorien an Rassismus im islamischen Raum.
Ich werde nachschauen, ob ich irgendwelche interessante Bücher zum Thema finden kann, aber ich glaube, dass diese Themen zu gross für den Zeitraum dieses Kurses sind.
work_in_progress - 4. Nov, 13:00
Zwischen Arbeit und Krankheit kam ich diese Woche nicht dazu, in die Bibliothek zu gehen. Also, dieser Beitrag wird *sehr* kurz sein. Als ich meine Quelle zum ersten Mal durchlas, dachte ich mir, "Oje, ich kann nichts damit anfangen." Genau der Ausgangspunkt, den Prof. Schmale uns wünschte. Meine Quelle ist ein Auszug aus Johann Friedrich Blumenbachs "Beyträge zur Naturgeschichte" aus dem Jahre 1806. In dem Auszug beschreibt er fünf "Hauptrassen" der Menschheit, die aber alle "derselben Gattung gehören." Er schreibt eine Rassentheorie aus "wissenschaftlicher" Sicht. Als Mediävistlerin fühle ich mich nicht ganz zu Hause im 19. Jhdt. Und die Tatsache, dass ich null Interesse an Naturwissenschaft macht die Aufgabe auch nicht leichter.
Der Auszug kommt übrigens aus
Europäische Geschichte: Quellen und Materialien, ein Buch des Bayerischer Schulbuch-Verlags aud dem Jahre 1994.
Ich hatte keine Ahnung, wer dieser Johann Friedrich Blumenbach war, und habe ganz einfach mit Wikipedia angefangen. Das ist vielleicht nicht so wissenschaftlich, aber dadurch hatte ich mindestens eine Ahnung, was er schreibt, wer ihn beeinflusst hat, usw. Und unter Literatur wurde ein paar Bücher erwähnt, die ich mindestens anschauen werde. Und interessanterweise gab die englische Version von Wikipedia andere Ergebnisse als die deutsche. Blumenbach (1752-1840) war Anthropologe an der Universität Göttingen. Seine Doktokarbeit (und eine seiner größten Werke) war
De generis humani varietate nativa. Viel mehr war nicht aus den Wikipedia Artikeln zu holen.
Also, bis jetzt habe nur ein paar Fragen rund um Blumenbach aufgeschrieben:
+Was hat Blumenbach ausser diesem Beitrag geschrieben?
+Wie wurde seine Theorien aufgenommen? Von Wissenschaftler_innen? Von der Zivilgesellschaft?
+Wie wichtig waren seine Theorien in der Entwicklung des Rassismus im 19. Jahrhundert?
+Was unterscheidet seine Rassentheorien von früheren Rassentheorien?
+Wie wurden seine Methoden weiter angewandt? (Der hat auch zur Kraniometrie beigetragen.)
+Gibt es irgendwelche Zusammenhänge zwischen seiner Mitgliedschaft im ZN-Orden und seinen Theorien bzw. ihren Auswirkungen?
+Warum wurde dieser Text in einer Sammlung zur europäischen Geschichte inkludiert?
-Ich kann mir nur vorstellen, es wurde inkludiert auf grund der Entwicklungen der rassistischen Ideologie im 19. und 20. Jahrhundert, die u.a. zum
Holocaust geführt hat. Doch die Einführende Sätze sind sehr neutral und deuten nicht darauf hin. Also ich frage mich, was ist das Projekt dieses
Schulbuches? Was für eine Europa will es darstellen?
Und da wir ein "einschlägiges Buch zum Thema" lesen müssen, werde ich mich am Montag auf der Suche setzen. Bis jetzt weiss ich nur von einigen Artikeln und ein paar Bücher, die hoffentlich mir eine Idee oder Richtung geben werden.
Wikipedia Artikel zu Blumenbach
English Wikipedia Article on Blumenbach
work_in_progress - 30. Okt, 23:46
Arnold J. Toynbee stellt in
Kultur am Scheidewege die Frage "Wiederholt sich die Geschichte?", eine Frage, die er im gleich genannten Essay auf problematische Art und Weise beantwortet. Toynbee behauptet, dass die Geschichte sich wiederholt, aber dass die Menscheit nicht daraus beschließen muss, dass wir keinen freien Wille haben und keine aktive Rolle in der Geschichte bzw. Gegenwart spielen können. Auch wenn ich mit der Schlussfolgerung, dass die Menschen eine aktive Rolle in der Geschichte haben und dass die Zukunft nicht bestimmt ist, zustimme, find ich seine Argumentation extrem verkürzt, ausblendend und unwissenschaftlich.
Dieser Essay wurde ursprünglich auf Englisch im Jahre 1948 unter dem Titel "Civilisation on Trial" veröffentlicht. (Eine persönliche Anmerkung, ich hätte gern im Vorraus gewusst, dass der Essay ursprünglich auf Englisch war, denn Englisch ist meine Muttersprache, und ich hätte die Begriffe, die er verwendet, lieber auf Englisch gelesen. "Civilisation" ist ein sehr geladener Begriff, der bestimmte Aussagekraft hat, was ich bei Kultur nicht so ganz verstehe.) Der Essay beschäftigt sich mit der Frage, ob die Geschichte sich wiederholt, ohne sich wirklich mit den Ereignisse und der Gräueltät der jüngsten Geschichte, nämlich der des zweiten Weltkrieges und Holocausts, auseinanderzusetzen. Für mich schwebt die spezifische Frage, ob es wieder einen Holocaust geben wird. Diese Frage nicht darauf anzusprechen bewirkt sehr kommisch. Auf Seite 44 beschreibt er die damaligen Zustände als eine "überaus düstere Lage", doch Toynbee schaut genauso, wenn nicht mehr besorgt, über die mögliche Zukunft "unserer Kultur" angesichts des herantretenden Kaltenkrieges. Ich habe mich auch ständig beim Lesen gefragt, "Welche ist diese Kultur, die er immer als unsere bezeichnet und warum sieht er diese Kultur in einer solchen positiven Hinsicht?" (Die Frage hat sich etwa geklärt, als ich erfahren habe, dass er den Begriff "Civilisation" verwendet hat, den ich von ihm als westliche industrialisierte "Civilisation" verstehe.) Eigentlich geht er von einem für ihn völlig selbstverständlichen Kulturbegriff aus, den er kaum näher definiert. Die Entscheidung, den Begriff nicht zu erklären, wird am Schluss irreführend, weil es mir zB unklar war, ob er die Vereinigten Staaten und Russland beide als Teil "unserer" Kultur versteht. Ich frag mich auch, wie versteht er Faschismus im Zusammenhang mit westlichen Zivilisation? Gehört Faschismus auch dazu?
Eigentlich verstehe ich die selbstverständliche Darstellung der Begriffe als ein Merkmal des Essays. In einem Essay wird eine Sicht präsentiert, um die Leser_innen zu überzeugen, diese Meinung sich auch aufzunehmen. Statt kritisch über Terminologie und Begriffe zu diskutieren, werden Begriffe ohne Erklärung verwendet, teilweise um den Eindruck zu schaffen, dass wir gehen alle eh von ähnlichen Positionen aus. So wird zB in diesem Essay die Existenz Gottes als allgemeines Glauben ohne Diskussion angenommen. Von einer "gemeinsamer" Ausgangsposition wird zu denselben Schlussfolgerungen des Authors gelenkt, ohne viele (Selbst-)reflexion oder Auseinandersetzung mit Gegenargumente und -ansichten.
In einem Essay wird keine Fussnoten angehängt. Die Beispiele und Anspielungen sollen für ein breites Publikum verständlich sein. Hier verwendet Toynbee das Beispiel vom Friedenschluss am Ende des amerikanischen Bürgerkriegs, um zu argumentieren, dass es manchmal weniger Spielraum im menschlichen Agieren als wir glauben gibt. Das Beispiel besteht als allgemeines Wissen, was keine Zitierung braucht. Doch durch die allgemeine Beispiele und Darstellung von Ansichten, deren der Author auf Grund religiöses Lehren vertretet, erreicht der Diskurs keine wissenschaftlich Ebene.
Wikipedia Article about Arnold J. Toynbee
work_in_progress - 21. Okt, 22:24